Manuelle Schlucktherapie
In der Manuellen Schlucktherapie verbindet sich das Vorgehen aus der NAP® mit den sequentiellen Betrachtungen von Schlucken und Atmung und ihre Koordination aus der Facio-Oralen Trakt Therapie (F.O.T.T.®). Dieses Vorgehen ist ebenso erfolgreich anwendbar bei Patienten mit Sprech- und Stimmstörungen zentraler und peripher Genese, u.a. bei myofunktionellen Störungen. Ziel dieser drei-moduligen Kursreihe ist, die Bedeutung der posturalen Kontrolle für das Schlucken zu verstehen. Nach Verletzungen und Erkrankungen kommt es zu limbisch gesteuerten und vegetativ generierten Schutzprogrammen, die mit Steifigkeit der am Sprechen, Kauen und Schlucken und vor allem an der Atmung beteiligten Muskulatur einhergehen. Auch die Faszien verlieren Elastizität, was zu einer verminderten Gleitfähigkeit der Nerven führt.
In diesen Kursen lernen die Teilnehmenden, manuelle Techniken mit sinnvollen Handlungen zu verbinden. Die Übungen sind sowohl für wache Patienten als auch für schwerbetroffene Patienten, die beatmet werden müssen und an Vigilanzstörungen leiden, geeignet. Sie sind ebenso erfolgreich anwendbar bei Patienten mit Sprech- und Stimmstörungen zentraler und peripher Genese, u.a. bei myofunktionellen Störungen.
Weitere Informationen im Fachartikel: Manuelle Schlucktherapie
Manuelle Schlucktherapie 1
25 Unterrichtseinheiten/Fortbildungspunkte (2,5 Tage)
- Einfluss des limbischen System auf die posturale Kontrolle
- Anatomie und Biomechanik der Kopf-, Nacken- und Schultergürtelmuskulatur
- Motorische Lernprinzipien
- Elastizitätsförderung der Atem- und Schluckmuskulatur
- Maßnahmen zur Dämpfung des Sympathikotonus
- Gesichts- und Zungenaktivitäten für das Schlucken als Sequenz
Manuelle Schlucktherapie 2
25 Unterrichtseinheiten/Fortbildungspunkte (2,5 Tage)
- Techniken zur Verbesserung der Elastizität von Kau-, Schluck-, Stimm- und Sprechmuskulatur
- Mobilisationstechniken des Kiefergelenks, der oberen Kopfgelenke und des cervikothorakalen Übergangs
- Untersuchung der Hirnnerven und Beeinflussung des vegetativen Nervensystems
- Befundorientierte und problemlösende Therapiestrategien
Manuelle Schlucktherapie 3
25 Unterrichtseinheiten/Fortbildungspunkte (2,5 Tage)
- Klinische Anwendung komplexer Diagnosen (z. B. ICP, Schlaganfall, Parkinson, Schädel-Hirn-Trauma, Ataxien)
- Füße als neurofunktionelles Eingangstor: Einfluss plantarer Information auf Tonus, Aufrichtung und vegetative Regulation
- Zunge, Faszien & Schlucken – neu gedacht
- Bedeutung des N. vagus für Tonus, Aufmerksamkeit und motorisches Lernen
Die Teilnehmer*innen sind eingeladen, Eine Videodokumentation von dem Problem ihres individuellen Patienten mitzubringen. So kann im Kurs auf die spezifischen Bedürfnissen eingegangen werden. Zudem kann eine Therapiesequenz als Aufnahme mitgebracht werden, um spezifisches Feedback erhalten zu können. Hierfür sollte ein Einverständniserklärung vorhanden sein.
Zertifizierung
Nach Absolvierung aller Module besteht die Möglichkeit, an einer Lernkontrolle teilzunehmen. Der erfolgreiche Abschluss berechtigt zur Aufnahme in die Manuelle Schlucktherapie-Therapeutenliste. Diese dient dazu, qualifizierte Therapeuten empfehlen zu können.
Refresher/Prüfungskurs
20 Unterrichtseinheiten/Fortbildungspunkte (2 Tage)
Im zweitägigen Prüfungskurs zur Anerkennung zum Manuelle Schlucktherapie Therapeuten nach N.A.P. befinden sich die Teilnehmer während des gesamten Kurses in Prüfungssituation. Sie werden unter dem Aspekt des problemorientierten Lernens supervidiert und bewertet.
Kursinhalte:
- Vorstellung individueller Fallbeispiele auf Grundlage des Clinical Reasoning
- kurzfristige Behandlungsansätze entwickeln und begründen
- langfristige Strategien für Patienten entwickeln, begründen und diskutieren
Mitzubringen ist:
- eine Videodokumentation der Alltagsbedürfnisse ihres Patienten
- eine schriftliche Ausarbeitung der klinischen Hypothesen und Tests/Parameter
- die schriftliche Therapiezielformulierung nach der Internationalen Klassifikation von Funktion (ICF; WHO 2000)
- die schriftliche Therapieplanung über mindestens 3 Übungen
- eine Videodokumentation einer Therapieeinheit dieser Übungen
Es erfolgt zudem eine schriftliche Lernkontrolle mit 15 Fragen. Alle Prüfungsteile sind erfolgreich bestanden beim Erlangen von 65% der Kompetenzfähigkeit.
Zielgruppe
Logopäden, Klinische Linguisten, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Ärzte
Voraussetzungen
Interesse am „Begreifen“ der Zusammenhänge, die für den physiologischen Schluckvorgang benötigt werden.
Hinweise/Kursgebühren
- Kursgebühren gelten ausschließlich für die Kursorte Berlin und Ingelheim, in anderen Städten können diese variieren
- Kosten für Modul 1 und 2 jeweils 410 €
- Bei Buchung von Modul 1 und 2 in Berlin, Ingelheim oder Freiburg und auf einer Anmeldung, kosten die Module jeweils nur 390 €
- Modul 1 muss vor Modul 2 belegt werden
- Modul 1 und 2 muss vor dem Modul 3 belegt worden sein
- Die Kosten für Modul 3 betragen 499,00 €
- Das Refresher-Modul kostet 300,00 €

